DATEN UND FAKTEN ZUR HEPATITIS C

Die Erkrankung

Was ist die Hepatitis C?

Die Hepatitis C zählt zu den häufigsten viralen Infektionskrankheiten weltweit1, der Erreger, das Hepatitis-C-Virus (HCV), befällt Leberzellen und ruft eine Entzündung in dem Organ hervor.

 

Wie kann man sich anstecken?

Das Hepatitis-C-Virus wird in erster Linie durch Blut-zu-Blut-Kontakt übertragen1, eine Ansteckung über andere Körperflüssigkeiten ist unwahrscheinlich.2 Anders als etwa gegen die Hepatitis B existiert gegen die Hepatitis C keine Impfung. Durch Präventionsmaßnahmen lässt sich das Ansteckungsrisiko aber senken.

 

Wer ist gefährdet?

  • Die Hepatitis C tritt häufiger auf, bei3,4,5
  • Personen, bei denen schon einmal erhöhte Leberblutwerte (Transaminasen GPT bzw. ALT, GOT bzw. AST) festgestellt wurden
  • Personen, die vor 1992 eine Bluttransfusion (Fremdblut) bzw. Blutprodukte erhalten haben
  • Hämodialyse (Blutwäsche)-Patienten
  • Personen, die sich einem größeren medizinischen Eingriff (unter mangelhaften hygienischen Bediungungen) unterziehen mussten
  • Empfängern eines Spenderorgans
  • medizinischem Fachpersonal
  • Menschen aus Ländern, in denen die HCV-Infektion besonders häufig vorkommt
  • Personen, die eng mit HCV-Infizierten zusammenleben oder bei denen der (heutige oder frühere) Sexualpartner eine Hepatitis C hatte
  • Personen, die längere Zeit in einer Justizvollzugsanstalt verbracht haben
  • Menschen mit Tätowierungen sowie Piercings, die evtl. unter nicht sterilen Bedingungen gemacht wurden
  • Patienten mit einer HIV-Infektion oder einer Ansteckung mit dem Hepatitis-B-Virus
  • Personen, die Drogen intravenös bzw. nasal konsumiert haben
  • Kindern von HCV-infizieren Müttern

 

Welche Folgen hat eine Hepatitis C?

Eine akute Infektion verläuft in der Regel unauffällig, geht aber in bis zu 85 % der Fälle in eine chronische Form über.1 Auch sie kann über Jahrzehnte hinweg unauffällig verlaufen, Betroffene haben jedoch ein hohes Risiko für die Entwicklung von gravierenden Leberschäden bis hin zu Zirrhose und Leberzellkrebs.1 Betroffene müssen sich zudem mit Vorurteilen auseinandersetzen und werden oft stigmatisiert. Die Hepatitis C ist heute der häufigste Grund für eine Lebertransplantation, weltweit sterben jährlich etwa 399.000 Menschen an den Folgen der Erkrankung.6

 

Wie häufig ist die chronische Hepatitis C?

Weltweit sind schätzungsweise 71 Millionen Menschen betroffen6, in Deutschland geht man von 250.000 chronisch Infizierten aus7. Ein großer Teil dieser Patienten weiß nichts von der Erkrankung.
 
Weitere Daten und Fakten finden Sie in unserer Hintergrundinformation zur chronischen Hepatitis C.

PDF - 0.1 MB
29.05.2017
Hepatitis C – Eine Erkrankung im Profil

Die Therapie

Wie wurde die chronische Hepatitis C früher behandelt?8

Seit Anfang der 1990er Jahre war Interferon-alfa(IFNα), ab 2001 pegyliertes IFNα, die Grundlage der Therapie. Es wurde später mit weiteren Wirkstoffen kombiniert (Ribavirin, Proteaseinhibitoren der ersten Generation). Allerdings waren selbst Dreifachkombinationen dieser Wirkstoffe nur eingeschränkt wirksam, zudem dauerte die Therapie in der Regel zwischen einem halben und einem Jahr und ging häufig mit teils sehr belastenden Nebenwirkungen einher.

 

Wie wird die chronische Hepatitis C heute behandelt?8

Seit 2014 revolutioniert eine innovative Gruppe von Wirkstoffen die Therapie der Hepatitis C: die neuen direkt wirkenden antiviralen Arzneimittel (Direct-Acting Antivirals, DAA). Durch Kombination mehrerer neuer DAA stieg die Heilungsrate auf etwa 95 % und die Therapiedauer verkürzte sich für die meisten Patienten auf 8 bis 24 Wochen, zudem sind die neuen Medikamente deutlich besser verträglich.9,10

 

Weitere Details zur Therapie finden Sie in unserer Hintergrundinformation zur chronischen Hepatitis C.

PDF - 0.1 MB
29.05.2017
Die Therapie der Hepatitis C

Die Eindämmung der Hepatitis C

Was bedeutet es, wenn von einer Eindämmung der Hepatitis C gesprochen wird?

In Deutschland sind derzeit schätzungsweise 250.000 Menschen chronisch mit dem Hepatitis-C-Virus infiziert.7 Da viele von ihrer Erkrankung nichts wissen, können sie sich auch nicht in Behandlung begeben. Und von denen, die um ihre Erkrankung wissen, konnten bis vor wenigen Jahren viele nicht geheilt werden, weil keine ausreichend wirksamen oder verträglichen Medikamente zur Verfügung standen. In so einer Situation können nicht erkannte und nicht erfolgreich behandelte Patienten immer wieder andere Menschen anstecken, sodass die Erkrankung in der Bevölkerung persistiert. Die hohe Wirksamkeit und die gute Verträglichkeit der neuen DAA ermöglichen es nun, diesen Kreislauf zu durchbrechen. Tatsächlich könnte die Hepatitis C innerhalb weniger Jahre so weit eingedämmt werden, dass keine neuen Infektionen mehr zu befürchten wären.7 Die Weltgesundheitsorganisation WHO und das Deutsche Bundesministerium für Gesundheit haben daher das Ziel ausgerufen, die Hepatitis C bis 2030 einzudämmen.11,12 Zu erreichen ist es gemäß der Modellrechnung, indem Präventionsmaßnahmen für neue und erneute Infektionen ergriffen werden, mehr Menschen als bisher von ihrer Erkrankung wissen, und Patienten mit der Diagnose Hepatitis C konsequent mit den neuen DAA behandelt werden.5

 

Weitere Daten und Fakten finden Sie in unserer Hintergrundinformation zur Eindämmung der chronischen Hepatitis C.

PDF - 0.1 MB
29.05.2017
Die Eindämmung der Hepatitis C in Deutschland

Besuchen Sie auch das Media Center mit Pressemitteilungen, Hintergrundinformationen, Factsheets, Bild- und Videomaterial.

Media center